Burg Stargard - Burgfest "Der Tod des Narren"

Das diesjährige Burgfest in Burg Stargard stand unter dem Motto „Der Tod des Narren“. Da wir natürlich zugegen sein wollten, wenn der Narr nach seinem Techtelmechtel mit der Tochter Herzog Johanns von Mecklenburg-Stargard seinen Kopf verliert, reisten wir Freitag Nachmittag an und schlugen im Park der beeindruckenden Burganlage unsere Zelte auf. Leider konnte Vigulf nicht dabei sein, mit dem Schichtdienst ist es ja bekanntlich so eine Sache.

 

Das Lagern im Park in Gesellschaft des Lilienbundes ist bei uns mittlerweile zur Tradition geworden und ist eine regelrechte Gute-Laune-Garantie. Nachdem wir liebe Freunde begrüßt und unser Lager errichtet hatten, gab es erst mal etwas für den Gaumen. Thorny hatte eine Ente spendiert, welche in Ermangelung eines Drehspießes zerlegt und in der Pfanne zubereitet wurde. Dazu gab es die - erstmals in Garz ausprobierten und von der ganzen Sippe für lagertauglich befundenen - Krummen Krapfen, sowie zwei verschiedene Quarkvarianten. Den Sehern zum Trotz, die für die Abendstunden Regen vorausgesagt hatten, blieb der Himmel fast sternenklar und wir verbrachten mit Freunden einen geselligen Abend im Lager.

 

Dafür setzte der Regen umso heftiger in den frühen Morgenstunden des Samstags ein und blieb uns bis zum späten Nachmittag erhalten, aus diesem Grund fiel der Festumzug zur Markteröffnung buchstäblich ins Wasser. Es ließen sich jedoch weder die Gäste noch die Darsteller vom schlechten Wetter die Laune verderben und so wurde kurzerhand umdisponiert. Selbst die Kampfvorführung des Rabenbanners sowie die Flugshow des Falkners wurden in die Taverne verlegt. Über den ganzen Tag wurde den Besuchern ein abwechslungsreiches Programm geboten, so spielten Spielleute auf, wurden mittelalterliche Tänze vorgeführt und der Gaukler Kris Fleapit brachte das Publikum zum Lachen. Zahlreiche Händler boten ihre Waren feil und Handwerker zeigten dem Interessierten, wie beispielsweise eine Tonschale entsteht. In zwei Akten wurde die Geschichte vom „Tod des Narren“ vorgeführt, es gab Puppenspiel für die Kleinen und eine mittelalterliche Modenschau.

 

Als der Regen am späten Nachmittag endlich nachließ, zogen wir uns erst einmal ins Lager zurück und brachten unser Feuer in Gang. Nach dem Genuss einer schmackhaften Hackfleischpfanne mit allerlei Gemüse machten wir uns auf den Weg zur großen Feuershow. Der traditionelle Fackelumzug, der dieser vorausgehen sollte, musste in diesem Jahr leider ausfallen – die Wege waren einfach zu aufgeweicht und schlammig. Auch die Feuertänzer hatten es schwer, auf dem rutschigen Boden nicht das Gleichgewicht zu verlieren, dennoch begeisterten sie das Publikum vor dem flackernden Schein des großen Feuers mit einer tollen Show. Danach ging es nach einem Abstecher zur Darbietung des Gauklers zum Tavernenspiel. Hier floss so mancher Becher Bier und Met und die Spielleute gaben ihr Bestes. In der Taverne herrschte Lebensfreude pur, selbst die Bänke waren vor Tanzwütigen nicht sicher und eine Zugabe löste die andere ab. Es wurde gefeiert und gezecht bis in die Morgenstunden und die Spielleute ernteten donnernden Applaus. Doch jeder Spaß hat auch mal ein Ende, so gingen wir hinunter ins Lager und sangen dort noch ein wenig a Capella, bis wir irgendwann in unsere Zelte krochen.

 

Am Sonntagmorgen weckte uns Thorny mit einer deftigen Pfanne Rührei und zwei Platten mit belegten Brötchen. Wir stellten erfreut fest, dass sich das gute Wetter gehalten hatte und ließen es uns schmecken. Diesmal nahmen wir am Umzug teil und anschließend wurde der dritte Akt vom „Tod des Narren“ aufgeführt, an dessen Ende derselbe immer noch unter den Lebenden weilte. Wir verbrachten noch einen schönen Sonntag auf dem Burggelände. Da das Wetter es wieder zuließ, konnten die Ritter ihre Turniere und Kampfvorführungen wie gewohnt im Freien vorführen. Um 17.30 Uhr gab es dann die Abschlussveranstaltung und um 18.00 Uhr wurde das Markttreiben beendet. Wir begannen gemütlich mit dem Abbau und waren uns einig, dass es mal wieder ein gelungenes Burgfest war.

 

Und was wurde nun aus dem Narren? Er durfte seinen Kopf behalten. Doch wer nun glaubt, er würde nun seine Zunge im Zaum halten und ein demütiges Verhalten an den Tag legen, hat weit gefehlt. Kaum war der Richtspruch gefällt, war er auch schon wieder übermütig und schwang freche Reden. Ende gut – alles gut. ;-)

 

 

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